5. Unterstützung von Ereignissen

Immer wenn der Call-Agent am Ende eines Gesprächs einen Kontaktstatus auswählt (z.B. "Kunde möchte Infomaterial") oder der Client automatisch einen Kontaktstati aus dem Kontext des Fragenkatalogs generiert, wird in der neuen Version von WINcontact 32 ein "Ereignis" (Event) ausgelöst. Das Gleiche geschieht auch, wenn ein Prüfskript ausgeführt und als Reaktion "Event" (anstelle einer Fehlermeldung) gewählt wird.

Jedem Ereignis kann der Supervisor beim Projektdesign einen sogenannten Ereignis-Batch zuordnen, der jeweils einen oder mehrere Befehle enthält, die zum Zeitpunkt der Generierung des Ereignisses im Clientprogramm automatisch ausgeführt werden. Auf den Kontaktstatus "Kunde wünscht Infomaterial" kann z.B. auf diese Weise sofort (und im Hintergrund, ohne daß der Call-Agent extra reagieren muß) ein E-Mail mit Infomaterial im Anhang (z.B. PDF-Dateien) an den Interessenten geschickt werden.

Im Einzelnen werden z.Z. folgende Batch-Befehle unterstützt:

  • SQL-Anweisungen ausführen (insbesondere DML-Anweisungen)
  • E-Mail versenden (Auftraggeber, Kontaktadresse, Außendienstmitarbeiter)
  • Interne Message versenden (an einen Call-Center Mitarbeiter)
  • ALG-Eintrag in einem Folgeprojekt generieren (auch als Wiedervorlage)
  • Fragenkatalog ausdrucken / faxen (mit und ohne Druckvorschau)
  • Externes Programm aufblenden oder Funktion aus einer DLL ausführen
Mit dieser Neuerung ergeben sich eine Vielzahl interessanter Anwendungs-möglichkeiten. Hier ein paar Beispiele:
  • Immer wenn ein Fragenkatalog ausgefüllt ist und sich ein Netto-Kontakt ergibt, sind Teile der Antworten in die entsprechenden Felder der Datenbank eines CRM-Systems einzutragen. In vielen Fällen läßt sich solch eine Aufgabe mit einem entsprechenden DML-Skript (z.B. auch als Stored Procedure) lösen, das in einem Ereignisbatch aufgerufen wird.
  • In einem Projekt soll bei Privatpersonen mit akademischen Titeln nachgefragt werden, was sie für ein Fahrzeug z.Z. fahren und ob sie über einen Neuwagen nachdenken. Wenn der Neupreis des Wagens, den sie gerade fahren, 100.000 € übersteigt, ist die Adresse als Wiedervorlage mit einem Offset von drei Monaten in ein Folgeprojekt zum Thema Geldanlage zu übertragen.
  • Der bei einem Inbound-Gespräch erfaßte Sachverhalt soll sofort an einen Dienstleister (z.B. Handwerker) zur Bearbeitung weitergegeben werden. In solch einem Fall kann der Supervisor im Testmodus des Fragenkatalodesigners ein Auftragsformular entwerfen, daß - ausgefüllt mit den Eingaben aus dem Fragenkatalog - sofort als E-Mail mit PDF-Anhang an den Dienstleister verschickt wird. Auf die gleiche Weise kann man z.B. auch den Auftraggeber quasi simultan über einen erfolgreichen Kontakt informieren.
  • Marketingumfrage: Immer wenn ein Ansprechpartner die Fragen bereitwillig beantwortet hat, soll der ausgefüllte Fragebogen auf dem Netzwerkdrucker des Call-Centers ausgedruckt werden.
  • Bei einem bestimmten ausgewählten Kontaktstatus ist eine interne Message an den Supervisor abzusetzen.
  • Bei einem Nettokontakt soll im Hintergrund eine DLL aufgerufen werden, die einige der im Fragenkatalog erfaßte Daten sofort in ein Warenwirtschaftssystem übernimmt.
  • Informationen sollen per FTP sofort auf den Webserver des Auftraggebers übertragen werden
Das Konzept der Ereignisse kann man auch sehr gut verwenden, um gestaffelte Projekte (z.B. für Cross-Selling-Kampagnen) zu organisieren. Das erste Projekt dient beispielsweise dem Erstkontakt (bzw. Kaltakquise, kann auch ein Inbound-Projekt sein). Je nachdem, welches Ergebnis ein Telefonat in diesem Projekt liefert (z.B. "Kunde interessiert sich für PKW" oder "Kunde interessiert sich für LKW"), wird in einem Folgeprojekt (z.B. "PKW" oder "LKW") ein Eintrag mit der entsprechenden Adresse in der Abarbeitungsliste (ALG) vorgenommen (eine manuelle Zuweisung von Adressen durch den Supervisor ist deshalb nicht mehr notwendig).

Diese Projekte können dann parallel oder zeitlich versetzt im Call-Center bearbeitet werden (im letzteren Fall ist es oftmals günstig, wenn man im Folgeprojekt eine Wiedervorlage mit einem fest vorgegebenen zeitlichen Abstand generiert, was mit dem entsprechenden Batchbefehl ohne weiteres möglich ist). Die Vorgehensweise hat vom Prinzip her eine gewisse Ähnlichkeit mit dem, was man gewöhnlich als "Verkaufstrichter" bezeichnet. Natürlich läßt sich die Staffelung soweit treiben, wie es für die entsprechende Kampagne sinnvoll ist.

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